„AHA plus“ bei Aknenarben: Innovative Kombination zweier Klassiker

 

Fruchtsäure plus Microdermabrasio

Zwei bekannte Verfahren zur Verbesserung des Hautbildes bei Aknenarben, Falten, Pigmentstörungen oder Unregelmäßigkeiten der Gesichtshaut können in einer kombinierten ambulanten Behandlungssitzung angewendet werden, um das Gesamtergebnis zu verbessern.
Die in der Praxis gesammelten Erfahrungen mit der Kombination der Microdermabrasio und dem Fruchtsäurepeeling sprechen für sich.

Zur Behandlung der Akne und deren Folgeschäden mit erhabenen sowie eingesunkenen Narben und Närbchen (Eispickel-Narben) sind seit mehr als 10 Jahren die Fruchtsäuren, speziell die Alpha-hydroxy-acids (AHA) im Einsatz. Die Behandlungsmethode hat sich etabliert und gehört heute zum Standard bei der Behandlung der Akne. Ferner wurden die AHAs zur Verbesserung
des Hautbildes im Sinne eines oberflächlichen Peelings durchgeführt.

Seit 1985 wird die Microdermabrasio (MDA) zur schnellen Behandlung einer Hauterneuerung (skin rejuvenation) eingesetzt. Hierbei wird ebenfalls nur ein oberflächliches Peeling erreicht.
Beide Methoden haben hinsichtlich ihrer Effektivität und Sicherheit in der Praxis ihren Stellenwert bewiesen.

Bei tieferen Narbenbildern konnte eine isolierte Behandlung keinen ausreichenden Erfolg bringen. Die Behandlung von größeren Aknenarbengebieten, Falten und weiteren Unregelmäßigkeiten der Haut ist aggressiveren Verfahren wie mittleren oder tieferen Peeling-Verfahren sowie der Dermabrasio mittels Fräse (operativ) oder Laser vorbehalten. Allerdings
müssen die Patienten länger (mehrere Wochen) bestehende postoperative Verkrustungen, lokale Infektgefahr für Bakterien und Viren sowie über Monate anhaltende UV-Sensibilisierung mit der Gefahr der Hypo- und Hyperpigmentierung in Kauf nehmen.

Bessere Tiefenwirkung

Durch die Kombination der klassischen Verfahren kann nun in der Praxis mittels der Mikrodermabrasio (MDA) die oberste Korneozytenschicht der Haut abgetragen werden, um die eigentliche Behandlung via AHA („alpha-hydroxy-acids“) zur Regeneration der Haut zu optimieren. Die AHA können die Hautbarriere besser passieren, um die tieferen Hautschichten
zu erreichen. Mit diesem kombinierten Verfahren kann man auf die Bedürfnisse des Patienten eingehen. Die Behandlung kann durch die Wiederholung ihre volle Wirkung erzielen,
die den Ergebnissen einer Laser-Behandlung vergleichbar ist, ohne dass die unerwünschten
postoperativen Folgen in dem Umfang vom Patienten getragen werden müssen. Die Behandlung wird von dem Hautarzt in einem spezialisierten Hautpflege-Institut durchgeführt.
Voraussetzung zur Durchführung der Behandlung ist, dass die Hautarztpraxis bereits über ausreichende Erfahrung im Umgang mit der AHA-Therapie besitzt und ein erfahrenes Hautpflege- oder Kosmetik- Institut assoziiert ist.

Vorgehen

Nach abendlicher Reinigung der Haut mit einem vom Hautarzt empfohlenem Waschgel
wird eine ebenfalls vom Hautarzt empfolene Peeling-Vorbereitungs Creme aufgetragen und
morgens wieder entfernt. Durch diese Vorbehandlung wird der ph-Wert der Haut leicht gesenkt und die eigentliche AHA-Behandlung ist effektiver. Die Vorbehandlungszeit beträgt 10–14
Tage.

Microdermabrasio:

Die Mikrodermabrasio erfolgte in der Praxis mit einem Microdermabrasions-Gerät
Hierbei werden Aluminiumoxid-Kristalle mit hoher Geschwindigkeit per Luftstrahl auf die Haut gebracht und mitsamt den abgetragenen Hautpartikeln wieder abgesaugt. Je nach Hautzustand und gewünschtem Effekt werden 1–4 Passagen durchgeführt. Dabei kann lokal z.B. im Narbenbereich mehr als in der Umgebung behandelt werden. Je mehr Passagen erfolgen oder die Strahlstärke erhöht wird, umso mehr Lagen der obersten Hautschichten werden
abgetragen.

Peeling:

Die Fruchtsäure (AHA) wird in Gelform aufgetragen. Auch hier können ausgewählte Partien der Haut spezifisch intensiver behandelt werden. Die Einwirkzeit ist individuell und richtet sich nach dem zugrunde liegenden Hautbild und den mit den Patienten vereinbarten Zielen. Nach dem groben Abtragen der Fruchtsäure mit dem Tupfer erfolgt die Neutralisierung durch Natriumhydrogencarbonat 0,8% durch Aufsprühen.

Es zählt die Erfahrung des behandelnden Hautarztes, um den gewünschten Erfolg vorherzusehen bzw. unerwünschte starke Verschorfungen zu vermeiden. Durch die intensivere MDA durch mehrere Passagen bzw. unterschiedlich langer Einwirkzeit der AHA können die Effekte der kombinierten AHA und MDA („AHA plus“) zu spezifischen, individuelle Behandlungsergebnissen führen.

Wünscht ein Patient die Behandlung von Akne-Narben an Schläfe oder wenigen Stellen der Wange, ist dies mit der Methode AHA plus gezielt möglich. Hierbei ist es durch Variationen möglich, sich auf das gewünschte Ergebnis einzustellen, ohne dass die Begleiterscheinungen direkt nach dem Eingriff zu einschränkend werden. Mit 1–2 intensiven Behandlungen, begleitend mit folgender starker Schorfbildung können Ergebnisse erzielt werden wie mit operativer Dermabrasio, Skinresurfacing durch Laser oder tiefe Peeling-Verfahren. Durch moderate oder kaum sichtbare Verschorfung, aber häufiges Wiederholen in kurzen Abständen, können nach 5–12 Behandlungen vergleichbare Ergebnisse ohne unerwünschte und störende Begleiterscheinungen erzielt werden.

Somit kann über die Intensität oder die Frequenz der Behandlung das Behandlungsergebnis erreicht werden. Die Behandlung kann alle 2–4 Wochen wiederholt werden. Je nach Behandlungsziel oder Wunsch nach nicht sichtbaren Begleiterscheinungen ist eine Wiederholung von 2–8 Zyklen sinnvoll. Die Patienten werden mit den üblichen Sonnenschutzmaßnahmen während des Behandlungszeitraumes versehen, ihre Hautpflege entspricht den Maßgaben bei der Akne. Die einzelnen Pflegeprodukte und Pflegeschritte werden von dem Hautarzt koordiniert.

Kosten

Pro Behandlungssitzung werden 140 € berechnet. Bei bestimmten Indikationen werden die Behandlungskosten in der Regel von privaten Krankenkassen übernommen. Diesbezüglich sollte man sich mit dem Hautarzt in Verbindung setzen.

Fazit

Das modifizierte Fruchtsäurepeeling in Verbindung mit einer Microdermabrasio ist ein effektives Instrument. Die Behandlungserfolge sind vergleichbar mit einer Laserbehandlung oder tiefen
Peeling-Verfahren. Allerdings lässt sich durch die Modifizierung der Behandlungsparameter
der Schweregrad der postoperativen Begleiterscheinungen sehr gut steuern. Die Patienten können
nach der Behandlung wieder am täglichen (Arbeits-) Leben teilnehmen. Es ist somit als ambulantes Verfahren prädestiniert.

Das vom Patienten gewünschte Behandlungsergebnis läßt sich sukzessiv
während der Behandlungszyklen erreichen. Besteht der Wunsch, sehr schnell ein Ergebnis zu erreichen und die Bereitschaft Begleiterscheinungen zu tolerieren, kann auch aggressiver
vorgegangen werden.

 


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